Jörg Richter

CEO & Redaktion Ostdeutschland und Schweiz

Brief info

Man(n) tut sich sehr schwer, über sich zu schreiben, wenn die Artikel und Berichte ständig andere Personen betreffen. Aber gut, mein Leben ist geprägt vom Sport – insbesondere vom Ringkampfsport.  Am Ende sind es so viele schöne Geschichten, es könnte auch ein Buch werden...

Alles begann im beschaulichen Markneukirchen, einer Kleinstadt im oberen Vogtland.

1976 machte ich dort meine ersten Schritte auf der Ringermatte und landete prompt mit gebrochenem Schlüsselbein im Krankenhaus. Doch dann kam der ‚jetzt-erst-recht-Effekt‘ und der Anker war in dieser Sportart geworfen. Zu den ganz großen Erfolgen reichte es nicht, doch waren damals noch bei Bezirksmeisterschaften 25 Ringer in meiner Gewichtsklasse, da war man schon sehr stolz auf eine Medaille im regionalen Bereich, erst recht wenn man es dann überhaupt zu DDR-Meisterschaften und Bestenermittlungen schaffte, für die man sich damals noch qualifizieren musste.

Doch ich war so etwas wie ein Trainingsweltmeister, wollte mich auch mit den Großen messen, kämpfte bei DDR-Meisterschaften und Bestenermittlungen, nach der Wiedervereinigung auch bei Deutschen Meisterschaften mit.  Den Schlusspunkt setzte ich 1996 bei den Deutschen Meisterschaften in Schifferstadt mit einem 8. Platz unter 21 Startern – und das im ungewohnten griechisch-römischen Stil. Letzter Gegner war dort der Medaillengewinner bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, Thomas Zander, der mich allerdings in einem Stück wieder nach Hause schickte.

Weitaus länger verlief meine Laufbahn auf der Ringermatte beim Mannschaftsringen. Da ich unbedingt mit meinem Sohn Franz in einer Mannschaft kämpfen wollte, musste ich mich lange fit halten. 2014 war es dann so weit, in Thalheim machte ich mit 52 Jahren meinen letzten Ligakampf, gemeinsam mit Franz in der Mannschaft des SAV Leipzig.

 

Meine erste ehrenamtliche Trainerstation war 1981 die BSG Motor Markneukirchen, wo ich mit zarten 17 Jahren für den Stützpunkt in Adorf/V. zuständig war. 1986 verließ ich das Vogtland in Richtung Leipzig, die HSG DHfK war mein erster hauptberuflicher Trainerstandort in der Messestadt, ein Jahr später leitete ich das Bezirkstrainingszentrum in Taucha. Nachdem ich mich schon gefreut hatte, dass der ‚Kelch‘ aufgrund zahlreicher medizinischer Atteste an mir vorüber gegangen wäre, wurde ich im stürmischen Herbst 1989 doch noch zur Nationalen Volksarmee eingezogen, hatte in Cottbus jedoch das Glück, ausschließlich als Nachwuchstrainer im dortigen Armeesportverein arbeiten zu dürfen. Die Bundeswehr übernahm die Strukturen im Sport noch einige Jahre, erst 1994 erfolgte die Aufhebung des Vertrages und meine Rückkehr nach Leipzig.

In Cottbus verfasste ich alle Artikel über die Erfolge meiner Schützlinge selbst, die 1993 Deutschen Mannschaftsmeister der Jugend wurden und selbst den Osterpokal in Utrecht nach Hause holten.

 

Das Schreiben machte mir Spaß und ich absolvierte ein Volontariat bei der Lausitzer Rundschau.

 

Zurück in Leipzig verlegte ich mich ganz aufs Schreiben, arbeitete für mehrere Zeitungen und fertigte auch Artikel über Judo, Handball und vor allem Ringen und Rudern. Durch meine damalige Freundin Kristina (wir haben nach ihrer Laufbahn 1996 geheiratet), die 1988 und 1992 Olympiasiegerin im Doppelvierer wurde, hatte ich auch eine gute Bindung zum Wassersport, zudem ich sie zu vielen Regatten auf der ganzen Welt begleitete, selbst bis zur WM in Indianapolis (USA), wo sie 1994 Weltmeisterin wurde.

Doch auch beim Ringer- Verband Sachsen und beim Deutschen Ringer- Bund lief es gut, gemeinsam mit Garry Curth gab ich den Sachsenringer heraus, den ich nach seinem Tod  eigenständig bis 2011 weiterführte, als ich nicht mehr für das Presseamt beim RVS kandidierte.

Schon 2005 erfolgte der große Sprung auf die nationale- und internationale Bühne, der damalige Pressereferent des Deutschen Ringer- Bundes Peter Weber arbeitete mich als Nachfolger für das Amt des Pressereferenten ein, das ich 2009 übernahm. Bereits seit 2005 begleite ich die DRB-Auswahlteams zu allen Welt- und Europameisterschaften.

 

Neben meiner journalistischen Tätigkeit, arbeitete ich als Trainer im Nachwuchsbereich, 2011 übernahm ich bis heute ehrenamtlich die Geschäftsführung des Ringer- Verbandes Brandenburg.